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Galerie im Alten Schloss in GAILDORF Neue Wege mit dem "Dialog vom 1. bis 15. Juli 1995 Die neu gegründete Interessengemeinschaft KUNST drängte nach den erfolgreichen Ausstellungen stark nach draußen, um anlässlich des "Gaildorfer Samstags" mit einem Kunstobjekt vor einem breiten Publikum auf sich aufmerksam zu machen und gleichzeitig auch mit einer neuen Aktion den veranstaltenden HGV zu unterstützen Bei der Suche nach einem dafür geeigneten Künstler stieß man schon sehr bald auf Klaus-Peter Schaber, der als gebürtiger Gaildorfer nach seinem Studium an der Kunstakademie in Stuttgart als Kunsterzieher in Obersteinach lebte und auf Grund früherer Arbeiten im Freien als der richtige Mann auserkoren wurde. Schon bald nach den ersten Gesprächen zeigte er großes Interesse, mit seinem Studienkollegen Peer Gessing zusammen, eine Außeninstallation an einer Wand des Alten Schlosses und am gegenüberliegenden Chor der Stadtkirche mit dem Thema "Dialog" zu schaffen. - Wir betraten damit natürlich absolutes Neuland und waren uns über die Umsetzbarkeit anfänglich nicht so sehr sicher. Doch sowohl von der Stadtverwaltung, wie vom Kirchengemeinderat erhielten wir bald grünes Licht und sahen in ihrer Zustimmung eine Unterstützung unseres Vorhabens, Gaildorf auf den Umgang mit der bildenden Kunst einzustimmen und Interesse zu wecken. Es wurde in mehrfacher Hinsicht ein großes, vielsagendes Projekt. Dieses sollte mit seinen Kunstwänden an Kirche und Schloss die geistliche und weltliche "Macht" symbolisieren und in thematischer Hinsicht auf die Notwendigkeit zu Gesprächen, eben zum "Dialog" hinweisen. Ein zeitloses Thema also, mit außerordentlich großer Bedeutung bis in die heutigen Tage. Künstlerisch wurde es durch "Frottagen" mit Abbildungen des Schloss-Fachwerkes und Kopfsymbolen auf riesigen Stofftüchern festgehalten, die an bis zu 12 Meter hohen Gerüsten an Kirche und der gegenüberliegenden Schlosswand angebracht wurden. Durch diese wohlüberlegte und raffinierte Standortwahl erfuhr das Projekt großes Interesse in der Bevölkerung bereits beim Aufbau. Es wurde dadurch schnell verstanden und auch verinnerlicht. Ein Musterbeispiel, wie moderne Kunst durch geschickte und einleuchtende Umsetzung eines Themas große Akzeptanz in der Bevölkerung finden kann. Der überaus schwierige Aufbau verlangte den beiden Künstlern alles ab und sie waren froh über die kräftige Unterstützung durch Rolf Deininger und Herbert Hahn mit Material und handwerklichem Können. Die Eröffnung der Installation im Schlossgraben (Siehe Abb. 10) wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung bei schönstem "Kunstwetter" gefeiert, welches auch noch die für diesen Tag geplanten weiteren Aktivitäten zuließ. So hatte man die Besucher gebeten, an dem künstlerischen Ereignis mitzuwirken und mit ihren farblichen .,Handdrucken" ein Fahnentuch mithelfen zu gestalten. Anschließend durften sie sich dann in der von Justinus Kerner entwickelten "Klecksographie" üben, was vielfach mit erstaunlich künstlerischen Ergebnissen gelang und großen Anklang fand. Selbstverständlich wurden auch die Kinder in den künstlerischen Event mit einbezogen. Sie zeigten mit ihren Malersuchen an der Grabenwand großen Eifer und hatten, befreit von jedweden Beschränkungen viel Spaß und beachtliche Arbeiten geschaffen. So wurde die Vernissage zu einem gelungenen Kunstfest im Freien. - 14 Tage lang blieb die Installation aufgebaut, man besah sie und diskutierte darüber. Selten waren ablehnende Worte zu hören und nach ihrem Abbau vermisste man sie sogar. Auf jeden Fall musste die Installation auch auf die Fachwelt einen großen Eindruck gemacht haben, da sie durch die Leiterin des BraithMali-Museums anschließend nach Biberach geholt und dort im Museumshof wieder aufgebaut wurde und für einige Wochen an dieser Stelle zu sehen war. Dieser Vorgang bedeutete für die beiden Künstler eine große Anerkennung ihrer von ihnen eigenfinanzierter Arbeit, die sie sich auch redlich verdient hatten. Wir haben uns auch sehr darüber gefreut, war es doch auch eine Bestätigung der Richtigkeit unserer Überlegungen. |