| Wege
zur Galerie
Gaildorf und sicher
das ganze Limpurger Land war in den Nachkriegsjahren nicht gerade
ein kultureller Mittelpunkt. Auch in der Folgezeit hat sich daran
nichts Wesentliches verändert. Ein durchgängiges kulturelles
Konzept war nicht vorhanden und das, was es gab, ging meistens auf
Vereins- und/oder Privatinitiative zurück. Im Musikbereich traten
neben den bekannten und seit langer Zeit aktiven Vereinen nun auch
die VHS mit klassischen Konzerten und die Kulturschmiede mit
Programmen für die jüngere Bevölkerung auf den Plan. Die Württembergische
Landesbühne hat Gaildorf wegen mangelnden Zuspruchs bald wieder
vom Spielplan genommen, so dass es dem Gymnasium überlassen
blieb, diese Lücke mit einer jährlichen Aufführung der Theater
-AG wenigstens einigermaßen zu schließen. Von der
Bildenden Kunst hingegen war erst mit der Eröffnung der Schlosspark-Galerie durch Frau Greiner etwas zu sehen. Es gab
beachtenswerte Ausstellungen von Künstlern aus der Region und
darüber hinaus. Leider war dann aber im Dezember 1990 wieder
Schluss. Die Belastung für sie und ihre Familie war zu groß. In
der letzten |
Ausstellung des Hauses zeigte Walter Conradt seine
Bilder und bedauerte, dass diese mit viel Liebe und Aufwand
errichtete Galerie wieder zu existieren aufhörte. Er beobachtete
in den Folgejahren das Geschehen aufmerksam, und versuchte in
Frage kommende Personen zu animieren. Als aber alles fehlschlug
und sich kein Galerie-Nachfolger zeigte, entschloss er sich,
selbst tätig zu werden. Es gab ja in der Zwischenzeit auch
Gaildorfer, die sich künstlerisch betätigten (Ahston, Bühler,
Köhler-Kaiser, Kuhn, Lange, Reichart, Swoboda, Westholm). So
lud er dann, mit Zustimmung von Bürgermeister Kurt Engel, diese
zu einer ersten gemeinsamen Ausstellung in den Wurmbrandsaal des
Alten Schlosses ein. Nach sehr umfangreichen und gründlichen
Vorbereitungen, als Voraussetzung für einen erfolgreichen Start,
wurde sie am 26. November 199g eröffnet. Erfolg und Anerkennung
waren groß. Man stand bei der Eröffnung bis auf den Hof. Unter
diesen Vorzeichen und mit Zusage, den Wurmbrandsaal weiter nützen
zu dürfen, entschloss sich Conradt, weitere Ausstellungen zu
organisieren und zu präsentieren. Die "Galerie im Alten
Schloss" war damit geboren. |