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Ausstellung in der Galerie im Alten Schloss Gaildorf vom 02.10. - 23.10.2011
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Die beiden Künstlerinnen präsentieren in der Ausstellung Tafelmalerei und Glaskunst. Sabine Conradt arbeitet seit über 20 Jahren mit dem Material Glas. Dabei hat sie sich mit den verschiedensten Möglichkeiten der künstlerischen Bearbeitung von Glas beschäftigt. Dies reicht von der Tiffanytechnik über die Bleiverglasung bis zur Heißbearbeitung. In der Ausstellung zeigt sie Schalen und Schälchen in farbigen Gläsern. Sie wirken zerbrechlich und zart. Teilweise ist das Glas so dünnwandig, dass selbst opakes an sich lichtundurchlässiges Glas transparent wird. Die Ränder der Schalen haben die Form von Spitzensäumen, die man nicht zu berühren wagt, weil sie so zerbrechlich wirken. Entstanden sind sie aus Experimenten im Zusammenspiel mit alten Techniken und dem modernem know-how der Künstlerin. Im Gegensatz zur intensiven Farbigkeit der Schalen haben ihre Reliefs eine reduzierte gebrochene Farbigkeit. Es sind ihre neuesten Arbeiten, auf denen stark abstrahierte menschliche Figuren auf den massiven Glasblöcken dargestellt sind. Die Figuren stehen miteinander in einem wechselseitigen Beziehungsgeflecht oder sind vereinzelt und isoliert . Sie scheinen auf den transparenten Glasquadern zu schweben.
Im Vordergrund ihrer
künstlerischen Auseinandersetzung steht für Gabriele Saur-Burmester die
Farbe, das unmittelbare Farberlebnis und die Wirkung der Farben
zueinander.. Beeinflusst von Op-Art Künstlern, wie Vaserely und der
amerikanischen Farbfeldmalerei entwickelte sie ihre ganz eigene
Bildsprache. Mit unterschiedlichen Techniken und mit unterschiedlichem
Material nähert sie sich ihrem Thema, der Reduktion auf geometrische
Formen, Streifen und Quadrate. In ihren frühen Bildern arbeitet sie mit
gebundenen Pigmenten, die
sie lasierend übereinander legt. Damit erzeugte sie Mischfarben und
geometrische Strukturen. Später interessierte sie der haptische
Farbauftrag, der sich mit der pastosen Ölfarbe eher realisieren
ließ. Angeregt durch die Op-Art beschäftigte sie sich mit optischer
Täuschung. Vorder- und Hintergrund sind nicht mehr zu unterscheiden, im
Bild entsteht Bewegung. Dazwischen ihre Tendenzen die strengen
Strukturen der Quadrate aufzubrechen und zu zerstören.
Sowohl die Bilder von Gabriele Saur-Burmester als auch die
Schälchen und Schalen von Sabine Conradt zeigen die pure Lust im Umgang
mit Form und Farbe, die eine visuelle Farbenprächtigkeit erzeugt, die
das Betrachten der Arbeiten zum sinnlichen Erlebnis werden lässt. Dem
stehen die Reliefs von Sabine Conradt mit ihrer reduzierten, gebrochene
Farbigkeit gegenüber, die eher zum Nachdenken über menschliche
Beziehungen anregen. In jeder Beziehung also eine anregende und
aufregende Ausstellung.
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