Ausstellung in der Galerie im Alten Schloss Gaildorf vom 04.04. - 13.04.2009
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Johannes Prieß
Text : Richard Färber
Neulich hat er einen Marder gesehen, den „Schloss-Marder", wie Johannes Prieß sagt, der derzeitige Gaildorfer Stadtmaler. Der Marder ist sein einziger Nachbar und findet sich nun neben allerlei anderem Getier in Holz geschnitten. Drei Druckstöcke hat Prieß mit Bildern von Tieren vollgeritzt, mit Fischen, Vögeln, Säugern, hernach hat er die Stöcke eingefärbt und sieben Abzüge gemacht. Sie werden ab kommenden Samstag, 4. April, bis Ostermontag in der Galerie im Alten Schloss zu sehen sein.
Die Holzschnitte sind allerdings nur eine Ergänzung. Prieß' Ausstellung handelt vor allem von Skulpturen, genauer, von neun Stühlen, die von ihren Besitzern aussortiert wurden und die er geschenkt bekommen hat. Ihre Substanz ließ der Stadtmaler im Wesentlichen unberührt, ihre Gestalt aber hat er verändert, indem er die Sitzmöbel in ihre Bestandteile zerlegte und neu zusammen setzte. Ein bisschen Farbe hat er verwandt, dazu Krepp- und andere Klebebebänder - so wird der Stuhl zur Gans.
In gegebenen Formen das Potenzial andere Formen zu suchen, das ist das Prinzip, das Prieß angewandt hat. Er verweist auf einen Fixstern am Kunsthimmel, auf Picasso, dessen bildnerisches Erkenntnistalent völlig neue Welten geschaffen hat. Und er verweist auf seinen vierbeinigen Nachbarn und all die anderen Tiere, die er bei seinen Spaziergängen auf dem geologischen Pfad, auf dem „Weiter Weg" kennen gelernt hat. Die Bilder, die sein Geist dort gesammelt hat, sind die Folie, durch die hindurch er seine Stühle betrachtet hat.
Die neun Skulpturen und sieben Bilder sollen wirken. Prieß will dafür die komplette Galerie im Alten Schloss nützen.
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