Ausstellung in der Galerie im Alten Schloss Gaildorf vom 09.03. - 30.03.2008
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Die Malerin Fredericke Just hinterfragt ebenfalls unsere Ansprüche an die äußere Erscheinungsform des Menschen. Mit ihren merkwürdig erscheinenden Kreaturen fordert sie fast spöttisch unsere Vorstellungen von Normalität heraus.

Magarete
Steinmaier, die zweite Malerin im Bunde,
beleuchtet humorvoll die Beziehungen der Menschen
untereinander und ihre emotionale
Befindlichkeiten. Dabei lässt sie sich unter
anderem, wie auch der Druckgrafiker Sieger Raag,
von der Sprache beeinflussen. Während in den
Schaffungsprozess Steinmaiers lapidar Geäußertes
fragmentarisch in die Bilder einfließt, nutzt
Raag Wortspielereien zur Kreierung neuartiger
Zusammenhänge. Die Vorstellung an „ein warmes
Sitzbad“ erweckt ein angenehm entspannendes
Gefühl. Die Umwandlung des Ausdrucks in „warmer
Sitzbader“ erinnert an den „Barbier“, der
früher Zähne zog, und ruft so im Gegensatz zur
ersten Wortbedeutung schmerzhafte Assoziation
hervor.

Plastischer wird es bei Rosemarie Beißer und Andreas Futter. Mit ihrer Installation „Volksfrömmigkeit“ macht die Künstlerin auf den Widerspruch zwischen der Frömmigkeit und dem Mensch eigenen Sinnlichkeit seines Körpers deutlich. Die scheinbare Unvollständigkeit der Installation wirkt zuerst irritierend. Bei genauerer Betrachtung werden wir selbst kreativ, indem wir unsere Fantasie zu Assoziationen und Vervollständigungen angeregt wiederfinden. Während Rosemarie Beißer auf die Widersprüche gesellschaftlicher Normen hinweist, widersetzen sich die Bronzefiguren von Andreas Futter den herrschenden Ansichten. Zu seinen Protagonisten zählen so illustre Gestalten wie die eines Wolkenschiebers oder eines kleinen Königs mit seiner Gefolgschaft.

Einem derzeit höchst brisanten Thema widmet sich die Initiatorin der Ausstellung, Ellen Eckel. Mit ihrer Farbradierung „Multibäuchling“ macht sie auf die Gentechnik und damit verbundene ethische Problemstellung aufmerksam.

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